Wann wurde Heraldik zur Wissenschaft? "Überraschend früh" lautet die Antwort, denn schon im 14. Jh. verfasste ein italienischer Rechtsprofessor eine erste theoretische Abhandlung über Wappen und ihre Herkunft. Das berühmteste Werk ist das "De nobilitate et rusticitate" des Züricher Chorherrn Felix Hemmerlein, in dem der Schweizer nicht nur die Rüstungen und die verschiedenen Waffen ausführlich beschrieb, sondern auch den Wappen ein ausführliches Kapitel widmete.
Es folgten einen ganze Reihe von theoretischen Werken, aber erst in der Mitte des 17. Jh.s erhob sich die Heraldik zu einer wirklichen Wissenschaft. So gründete Friedrich I. von Preußen im Jahre 1705 einen ersten Lehrstuhl für Heraldik in Berlin; in den Folgejahren folgten an diversen Hochschulen weitere Lehrstühle, die seitens der Herrschenden gefördert wurden. Das königliche Interesse ist nachvollziehbar, war doch die hohe Zeit der Ritterturniere
ab Mitte des 15. Jh.s vorbei, doch hatten die Herrschenden schon 100 Jahre zuvoir erkannt, welche Symbolkraft den Wappen innewohnte und bedienten sich ihrer eifrig.
Kaiser Karl IV. war der Erste, der sich das Recht nahm Wappen zu "Verleihen" und damit einen treuen Vasallen mittels des Kunstproduktes Wappen in den Adelssatnd zu erheben. Dieses Recht blieb den Herrschaftshäusern bis zum Ende der Deutschen Monarchie im Jahre 1918 erhalten. In England und Belgien können die Königshäuser noch bis zum heutigern Tage Wappen und damt adelige Titel verleihen.